Wie entsteht ein Hörspiel?

 

Immer wieder werde ich gefragt: „Wie entsteht eigentlich so ein Hörspiel?“ Auf dieser Seite möchte ich deshalb näher darauf eingehen.

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Aller Anfang ist schwer: Die Idee

Als erstes steht immer der Einfall, die Idee. Der Autor zerbricht sich den Kopf (Gott sei Dank nur eine Redensart)
und am Ende hat er – wenn alles stimmig ist – die Geschichte fertig. Nun muss sie aufgeschrieben werden.

Das Manuskript

Das besondere am Hörspielmanuskript ist:
Der Autor schreibt „fürs Ohr“
Die Story muss in Dialogform erzählt werden.
Der Dialog ist eine künstliche Sprache, da sie ja vom Autor erdacht wird und dennoch natürlich klingen muss. Das ist die größte Herausforderung beim Dialogschreiben. Darum feile ich oft wochenlang an diversen Sätzen herum, bis sie – meiner Meinung nach – gut klingen. Aber meine Meinung ist leider nicht die entscheidende, denn jetzt geht das Manuskript auf Reisen.

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Die Hörspielredaktion

Hier landet das Manuskript und wird von den verantwortlichen Redakteuren erst einmal auf Herz und Nieren geprüft. Ich habe meine Manuskripte bisher nur an Redakteure von Radiosender verschickt, manchmal auch direkt an einen Regisseur. Natürlich ist es von Vorteil, wenn einen die Leute schon „kennen“, bzw. einige Werke schon umgesetzt haben. Eine Garantie, dass dann jedes Manuskript angenommen wird, ist es aber nicht! Es gibt immer wieder die gleichen Auswahlkriterien:
Passt die Geschichte in das Sendeschema?
Wirkt die Story glaubwürdig oder eher klischiert?
Ist die Dramaturgie stimmig?
Wirkt die Pointe gut oder aufgesetzt?
Sind die Wendungen einer Story und die
Motive der handelnden Personen logisch nachvollziehbar?
Wenn die Redakteure all das mit einem „JA!“ beantworten, ist die nächste Hürde genommen. Das Manuskript wird als Hörspiel umgesetzt.

 
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Achtung, Aufnahme!

Studiotermine müssen immer gebucht werden, denn es wird pro Jahr so einiges an Hörspielen produziert. Wenn der Termin steht und das Casting der Sprecher abgeschlossen ist, beginnt für den Regisseur und die Schauspieler die Arbeit im Tonstudio. Dabei werden die Dialoge mehrfach aufgenommen, damit der Regisseur nach Beendigung der Aufnahmen die für ihn besten Sequenzen auswählen kann.
Bei den Sprechern handelt es sich immer um ausgebildete Schauspieler oder Synchronsprecher, da ihre Darstellung ja nur von der Stimme lebt und deshalb einer gründlichen Schulung bedarf. Meistens herrscht eine lockere, lustige Atmosphäre bei den Aufnahmen. Das ist auch gut, denn wenn die Arbeit Spaß macht, wird das Ergebnis umso besser…

Die Postproduktion

Wie schon beschrieben, wählt der Regisseur die besten Dialogpassagen aus. Dann werden Geräusche und Musik hinzugefügt. Hier kommen nun die Tontechniker zum Einsatz. Sie müssen dafür sorgen, dass die Geräusche nicht zu laut oder zu leise sind, dass die Stimmen der Sprecher den jeweiligen Handlungsorten angepasst werden. Eine Szene, die in einer Kirche spielt, klingt anders, als wenn sich zwei Personen im Büro unterhalten. Hier ist die digitale Technik ein wahrer Segen, denn das frühere zeitaufwendige, analoge Schneiden entfällt. Alles kann am PC geregelt werden. Geräusche und Musik sind in einem schier unerschöpflichen digitalen Tonarchiv gespeichert und können auf Knopfdruck abgerufen werden.

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Die Sendung

Wenn das Hörspiel fertiggestellt ist, wird ein Sendetermin von der Redaktion festgelegt. Die Erstsendung wird auch als Ursendung bezeichnet. Danach kann das Hörspiel evtl. als Download oder als „Stream on Demand“ für eine bestimmte Zeit angeboten werden. Das hängt allerdings vom Urheberrecht ab. Deshalb sind manche Hörspiele nach ihrer Ausstrahlung nicht mehr abrufbar.

 
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